Frage · Nr. 006 · Garten
Was kann man alles im Hochbeet pflanzen? Die besten Kombinationen
Ein frisch aufgesetztes Hochbeet steckt voller Nährstoffe, und genau deshalb geht beim ersten Bepflanzen so viel schief. Was kann man alles im Hochbeet pflanzen, und vor allem: was in welchem Jahr? Nach diesem Beitrag kannst du einen Pflanzplan für die ersten vier Jahre aufstellen, gute Nachbarn kombinieren und weißt, wann welche Pflanze ins Beet darf.
Die Basis für den Erfolg: Was kann man im Hochbeet alles pflanzen?
Die kurze Antwort: fast alles, was auch im normalen Gemüsebeet wächst, dazu Kräuter, Erdbeeren und viele Sommerblumen. Die längere Antwort hängt davon ab, wie ein Hochbeet aufgebaut ist. Ein klassisch befülltes Gemüsehochbeet besteht aus mehreren Schichten: unten grober Strauchschnitt, darüber Grassoden oder Laub, dann halbreifer Kompost und oben eine Schicht Pflanzerde von etwa 20 bis 30 Zentimetern.
Diese Füllung verrottet langsam. Dabei passieren zwei Dinge. Erstens werden laufend Nährstoffe frei, im ersten Jahr besonders viele. Zweitens entsteht Wärme, sodass sich die Erde im Frühjahr schneller erwärmt als im Gartenboden. Deshalb kannst du im Hochbeet meist zwei bis drei Wochen früher säen. Der Nachteil: Die Füllung sackt jedes Jahr um einige Zentimeter, und das Beet trocknet in heißen Wochen schneller aus als ebenerdige Beete.
Für die Größe gilt eine Faustregel: höchstens 120 Zentimeter breit, wenn du von beiden Seiten arbeitest, und etwa 80 bis 90 Zentimeter hoch, damit du ohne Bücken gießen und ernten kannst. Wer noch am Anfang steht und das Hochbeet in den Garten einbinden will, findet beim Thema eigenen Garten planen mit Beeten und Wegen Hinweise zu Standort und Wegbreite. Wichtig für die Bepflanzung ist vor allem ein sonniger Platz mit mindestens sechs Stunden Sonne am Tag.
Nährstoffbedarf im Fokus: Starkzehrer und Schwachzehrer nach Jahren
Gärtner teilen Gemüse nach seinem Nährstoffhunger in drei Gruppen ein. Starkzehrer brauchen viel Stickstoff, Schwachzehrer kommen mit wenig aus, Mittelzehrer liegen dazwischen. Im Hochbeet passt diese Einteilung fast perfekt zum Alter der Füllung.
| Jahr | Nährstoffangebot | Passende Pflanzen |
|---|---|---|
| 1. Jahr | sehr hoch | Tomaten, Zucchini, Gurken, Kürbis, Kohl, Sellerie, Lauch, Paprika |
| 2. Jahr | hoch | wie im ersten Jahr, dazu Mittelzehrer wie Kohlrabi, Fenchel, Mangold |
| 3. Jahr | mittel | Möhren, Rote Bete, Salat, Spinat, Zwiebeln, Radieschen |
| 4. Jahr | gering | Kräuter, Erbsen, Buschbohnen, Feldsalat |
Danach ist die Füllung meist so weit zusammengesackt, dass du oben Kompost nachfüllst oder das Beet nach fünf bis sechs Jahren neu aufsetzt.
Warum ist das wichtig? Schwachzehrer im ersten Jahr wachsen zwar, aber oft schlecht. Salat und Spinat können bei sehr hohem Stickstoffangebot viel Nitrat in den Blättern einlagern. Möhren bilden gern dicke, verzweigte Wurzeln, die schnell aufplatzen. Mediterrane Kräuter wie Thymian und Rosmarin werden weich und anfällig. Sie gehören deshalb ins dritte oder vierte Jahr oder in eine Ecke, in die du Sand untermischst.
Ab wann du das Hochbeet bepflanzen kannst, hängt von der Kultur ab. Robuste Arten gehen ab März ins Beet. Wärmebedürftige Pflanzen setzt du erst nach den Eisheiligen Mitte Mai, denn auch im Hochbeet kann ein Nachtfrost Tomaten und Zucchini in einer Nacht erledigen.
Was kann im März ins Hochbeet?
Der März ist der Monat, in dem das Hochbeet seinen Wärmevorsprung ausspielt. Mit einem Vlies oder einer Abdeckhaube kannst du dann schon säen und pflanzen:
- Säe Radieschen, Pflücksalat, Rucola und Spinat direkt ins Beet. Sie keimen schon ab etwa 5 °C Bodentemperatur.
- Setze Frühlingszwiebeln und Steckzwiebeln an den Rand.
- Pflanze vorgezogene Kohlrabi- und Salatjungpflanzen und deck sie in kalten Nächten ab.
- Säe ab Mitte März Erbsen, wenn das Beet schon älter ist und weniger Stickstoff liefert.
Diese Vorkulturen sind nach sechs bis acht Wochen erntereif. Damit ist der Platz pünktlich zur Pflanzzeit der Sommergemüse im Mai wieder frei. Im ersten Jahr kannst du Radieschen und Pflücksalat trotzdem säen, weil sie so schnell geerntet werden, dass sie kaum Nitrat einlagern.
Mischkultur und gute Nachbarn: Gemüse-Kräuter-Kombinationen
Mischkultur heißt: Du setzt verschiedene Pflanzen so nebeneinander, dass sie sich ergänzen statt sich zu stören. Auf der kleinen Fläche eines Hochbeets ist das besonders wichtig, weil jede Pflanze direkt neben der nächsten steht.
Bewährte Paare sind:
- Möhren und Zwiebeln: Der Geruch der Zwiebeln hält die Möhrenfliege fern, der der Möhren die Zwiebelfliege.
- Tomaten und Basilikum: Beide mögen Wärme und gleichmäßige Feuchtigkeit, und das Basilikum füllt den Platz unter den Tomaten. Wie du Basilikum dauerhaft buschig hältst, steht im Beitrag zur Basilikum-Pflege.
- Kohl und Sellerie: Sellerie soll den Kohlweißling irritieren, der seine Eier sonst auf die Kohlblätter legt.
- Salat und Radieschen: Beide wachsen schnell, und die Radieschen sind geerntet, bevor der Salat den Platz braucht.
- Erdbeeren und Knoblauch: Knoblauch zwischen den Erdbeeren wird traditionell gegen Pilzkrankheiten gesetzt.
Genauso wichtig sind die schlechten Nachbarn. Tomaten und Kartoffeln gehören nicht zusammen, weil beide von der Kraut- und Braunfäule befallen werden. Bohnen und Erbsen vertragen sich nicht mit Zwiebeln und Lauch. Und Gurken stehen ungern neben Tomaten, weil sie andere Ansprüche an die Luftfeuchtigkeit haben.
Große Pflanzen an die Nordseite, niedrige nach Süden: So nimmt keine Pflanze der anderen die Sonne.
Pflanzplan für das Hochbeet im 1. Jahr
Ein Beispiel für ein Hochbeet mit 120 × 200 Zentimetern im ersten Jahr zeigt, wie das alles zusammenpasst. Die Nordseite bekommt die hohen Pflanzen, damit sie den Rest nicht beschatten.
- Setze an die Nordseite zwei Tomatenpflanzen mit Stab und dazwischen zwei bis drei Basilikumpflanzen.
- Pflanze in die Mitte eine Zucchini an eine Ecke, damit sie über den Rand ranken kann. Eine Pflanze reicht für eine Familie.
- Setze daneben zwei Kohlrabi und eine Selleriepflanze.
- Säe vorne in Reihen Radieschen und Pflücksalat als Vorkultur, ab Juni gefolgt von Buschbohnen oder Mangold.
- Pflanze an die Ecken Kapuzinerkresse, die später über die Kante wächst.
Plane eher zu wenig als zu viel. Eine Zucchini braucht ausgewachsen fast einen Quadratmeter. Wer zu dicht pflanzt, erntet weniger und kämpft mit Mehltau, weil die Blätter nach dem Gießen nicht abtrocknen.
Blumen und Obst im Hochbeet: Mehr als nur Gemüse
Blumen fürs Hochbeet sind keine Dekoration. Sie locken Bestäuber an, ziehen Nützlinge an und lenken manche Schädlinge ab. Ringelblumen und Tagetes werden gegen Fadenwürmer im Boden gesetzt. Kapuzinerkresse wirkt als Fangpflanze, auf die sich Läuse bevorzugt setzen. Was du tun kannst, wenn sie trotzdem das Gemüse erreichen, erklärt der Beitrag zu Blattläusen im Garten. Borretsch zieht Hummeln an, sät sich aber kräftig selbst aus.
Wer das Hochbeet mit Blumen bepflanzen will, kann es auch ganz als Blumenbeet nutzen. Für Stauden im Hochbeet eignen sich vor allem niedrige, robuste Arten wie Katzenminze, Storchschnabel oder Polsterphlox am Rand. Für Lavendel und Thymian gilt dasselbe wie bei den Kräutern: lieber in ein älteres Beet mit magerer Erde. Hohe Stauden wie Rittersporn sind dagegen ungeeignet, weil sie schnell umkippen.
Welches Obst im Hochbeet funktioniert? Erdbeeren sind die klare Nummer eins. Sie sitzen auf Arbeitshöhe, die Früchte liegen nicht auf nassem Boden, und Schnecken kommen schwerer hin. Hängende Sorten setzt du an den Rand, sodass die Ranken über die Kante fallen. Auch Melonen und Physalis gelingen in warmen Lagen, weil sich die Erde schneller erwärmt. Himbeeren und Heidelbeeren sind dagegen keine gute Wahl. Himbeeren bilden Ausläufer und brauchen dauerhaft Platz, Heidelbeeren einen sauren Boden. Wie du Himbeeren richtig in den Garten setzt, steht im Beitrag zum Himbeeren pflanzen.
Fruchtfolge und Jahreszyklus: Das Hochbeet produktiv nutzen
Ein Hochbeet ist zu wertvoll, um es nur von Mai bis September zu nutzen. Mit drei Kulturen pro Jahr holst du deutlich mehr heraus:
- Vorkultur (März bis Mai): Radieschen, Spinat, Pflücksalat, Frühlingszwiebeln.
- Hauptkultur (Mai bis September): Tomaten, Zucchini, Gurken, Paprika, Kohl oder Bohnen, je nach Jahr der Füllung.
- Nachkultur (ab August): Feldsalat, Winterportulak, Asia-Salate oder Spinat für den Herbst.
Wichtig ist dabei, dass dieselbe Pflanzenfamilie nicht jedes Jahr an derselben Stelle steht. Tomaten und Paprika gehören beide zu den Nachtschattengewächsen. Kohl, Kohlrabi und Radieschen sind Kreuzblütler. Wechselst du die Plätze jedes Jahr, sammeln sich Krankheitserreger und Schädlinge nicht so schnell im Boden an. Eine einfache Skizze auf Papier, die du jedes Jahr fortschreibst, reicht dafür völlig.
Im Herbst säst du in leere Flächen eine Gründüngung wie Phacelia. Sie lockert die Erde, bedeckt den Boden über den Winter und wird im Frühjahr flach eingearbeitet. Danach füllst du oben drei bis fünf Zentimeter reifen Kompost nach, um das Absacken auszugleichen.
Häufige Fehler beim Bepflanzen
Der häufigste Fehler ist zu dichtes Pflanzen. Auf dem Pflanzplan sehen kleine Jungpflanzen verloren aus, im Juli stehen sie Blatt an Blatt. Halte dich an die Abstände auf der Samentüte, auch wenn das Beet im Mai leer wirkt.
Der zweite Fehler ist zu wenig Wasser. Ein Hochbeet trocknet an heißen Tagen von den Seiten her aus. Gieß lieber morgens gründlich als abends nur oberflächlich, und leg eine dünne Mulchschicht aus Rasenschnitt oder Stroh zwischen die Pflanzen.
Der dritte Fehler betrifft das Alter der Füllung: Wer im ersten Jahr Kräuter und Möhren setzt und im vierten Jahr Tomaten, arbeitet gegen das Beet statt mit ihm. Schau also zuerst auf das Jahr, dann auf die Pflanzenliste.